Submissive grin, das Unterwürfigkeits-Grinsen

Zeigt der Hund die Zähne, verknüpfen wir das in der Regel mit Aggression und Gefährlichkeit. Und schaut man sich ein Foto wie oben an, dann fällt es schwer zu glauben, dass dieser Hund absolut nichts Böses im Sinn hat, sondern das genaue Gegenteil von Kampfbereitschaft signalisieren möchte:

Der sogenannte submissive grin oder übersetzt das Unterwürfigkeits-Grinsen wird von Dorit Urd Feddersen-Petersen “als allgemeiner Ausdruck der (leicht unterwürfigen) Begrüßung des vertrauten Menschen oder Artgenossen” beschrieben.

Typisch für den submissive grin ist eine geduckte Körperhaltung mit in Richtung des Partners angehobenem Kopf. Dieser wird dabei häufig um die eigene Achse verdreht gehalten. Die Stirnhaut der Hunde ist gespannt, wodurch die äußeren Augenwinkel seitlich gezogen werden und schmal/ schlitzförmig werden. Der Blick ist auf den Adressaten gerichtet. Die Lippen sind zurück gezogen und entblößen die Zähne. Zusätzlich wird oft mit der Schnauze gegen die Hand oder die Mundwinkel des Gegenübers gestupst, bzw. geleckt. Aus etwas Abstand zum Partner werden gerne auch Licking intensions (Lecken der eigenen Schnauze) gezeigt. Die wedelnde Rute wird mal mehr, mal weniger eingezogen.

Auch Wölfe und Gold-Schakale grinsen 

Da das Unterwürfigkeits-Grinsen auch zum Repertoire von Wölfen und Gold-Schakalen gehört, die keinen oder kaum Kontakt zum Menschen haben, schließe ich ein Nachahmen des menschlichen Lächeln aus. 

Grinsen ist nicht rasseabhängig 

(auch wenn hier nur Fotos von Australian Shepherds zu sehen sind 😉 )

Der submissive grin wird bei Hunden unterschiedlichster Rasse beobachtet. Ob ein Hund diese Geste zeigt oder nicht, ist also nicht von der Gattung abhängig, sondern vielmehr immer im Zusammenhang der individuellen Beziehung zweier Individuen zu sehen. Genauso kann ein Mensch einem Freund gegenüber freundlich, einem anderen gegenüber aber durchaus unfreundlich sein.

Das schlechte Gewissen?

Oft nehmen Hundehalter dieses Verhalten ihres Hundes als schlechtes Gewissen wahr. So “erwischen” sie ihre Vierbeiner zum Beispiel beim Nach-Hause-kommen dabei, den Mülleimer ausgeräumt zu haben und werden dann mit einem Unterwürfigkeits-Grinsen begrüßt. Dieser Gedanke ist zwar sehr menschlich, es ist aber sehr viel wahrscheinlicher, dass der Hund die angespannte Stimmung seines Menschen wahrnimmt und diesen durch seine unterwürfige Haltung beschwichtigen möchte.

Keep Smiling

Wenn dir dein Hund also zur Begrüßung zähne-zeigend entgegen kommt, achte auch auf die übrige Körpersprache. In den allermeisten Fällen kannst du getrost zurück lächeln 😀

This Post Has 4 Comments

  1. Marita Reply

    Hallo, ich glaube schon, dass es auch mal ein schlechtes Gewissen sein kann, denn hier wird auch oft „gegrinst“, wenn ich noch fröhlich im Flur bin und das Chaos in der Küche noch nicht entdeckt habe bzw. noch nicht mal ahne

    • Alexandra Tabatabai Reply

      Hallo Marita,
      vielen Dank für deinen Kommentar 🙂 Ich denke, dass das eher die Erfahrung des Hundes wiederspiegelt, dass sein Mensch zum Beispiel das Chaos in der Küche nicht so toll findet. Denn für den Hund ist solch ein Chaos an sich ja nichts Verwerfliches. Ist aber wie gesagt nur meine Sicht der Dinge.

  2. Liro Reply

    Dieser Blog ist wunderbar geschrieben und verdeutlicht auf Anhieb wieder einmal etwas mehr die Hundesprache!

    Es ist für jeden verständlich geschrieben, und wer seinen Hund liebt und kennt, weiß ihn nun noch besser einzuschätzen.

    Stehe gerne wieder Model
    Lg Rocky und Lisa

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