Longieren mit Hund – was ist das eigentlich?

Das Longieren kennen die meisten eher aus der Arbeit mit Pferden. Seit einigen Jahren wird es aber auch im Hundesport immer populärer.

Zeit, einmal etwas genauer hinzusehen…

Zunächst ist das Longieren mit Hund genau wie mit dem Pferd eine Arbeit am Kreis. Dieser sollte einen Durchmesser von etwa zehn Metern haben und ist mit ein paar Heringen und etwas Flatterband in wenigen Minuten abgesteckt. 

Trainingsziel ist es, dem Hund aus der Mitte des Zirkels – also aus der Distanz heraus – Richtung und Tempo vorzugeben. Später kann man dann einen zweiten oder auch dritten Kreis dazu nehmen, Agility-Geräte mit einbeziehen und vieles mehr. Da gibt es in der Tat 1001 Möglichkeiten.

Aufbau über Körpersprache oder Klicker?

Grundsätzlich kann man zweierlei Arten des Longierens unterscheiden:

Das körpersprachliche Longieren:

Beim körpersprachlichen Aufbau leitet der Mensch seinen Hund allein über klare und für den Hund verständliche Bewegungen, Blicke und Gewichtsverlagerungen links oder rechts um den Kreis herum. Auch das Tempo wird einzig über die Körpersprache vorgegeben. Das Kreis-Innere ist zumindest zeitweise eine Tabu-Zone für den Hund und auch dies wird körpersprachlich vermittelt.

Die Vorteile des körpersprachlichen Longierens sind klar erkennbar:

  • Der Hundehalter schult intensiv seine Körpersprache und lernt die Wirkung seiner Bewegungen und Blicke auf den eigenen Hund kennen.
  • Der Hund lernt seinen Menschen genau zu beobachten und dessen Signalen (wieder) zu (ver)trauen. 
  • Die Motivation für den Hund ist sein Mensch und der Spaß am gemeinsamen Tun!
  • Das Gelernte kann wunderbar und auch ohne Kreis in Alltagssituationen transportiert werden.
  • Hohe geistige und körperliche Auslastung für den Hund in kurzer Zeit.

Der Aufbau über den Klicker:

Beim Aufbau über einen Klicker wird der Hund zunächst auf das Klick-Geräusch konditioniert und im späteren Verlauf damit bestätigt.

  • Auch dieser Aufbau fordert dem Hund ein genaues Beobachten ab.
  • Körpersprache ist hier nicht so wichtig, da der Hund ein konditioniertes Verhalten zeigt.
  • Spaß am gemeinsamen Tun.
  • Motivation für den Hund sind hier in der Regel Futter oder Spielzeug.
  • Der Halter entwickelt ein gutes Timing.

Gemeinsam ist den beiden Arten des Longierens, dass es sowohl körperlich als auch geistig in kurzer Zeit gut und sinnvoll auslastet. Zudem ist die Bewegung am Kreis sehr gelenkschonend und somit auch für Hunde-Senioren bestens geeignet.

Warum ich ein riesen Fan vom körpersprachlichen Aufbau bin

Grundsätzlich bin ich im Umgang zum Hund ein großer Verfechter einer klaren und für den Hund nachvollziehbaren Kommunikation.

Am Longier-Kreis haben Hundehalter die einzigartige Möglichkeit, die Wirkung der eigenen Haltung, Stimmung und sogar die Auswirkungen eines “fehlgeleiteten” Blickes auf ihre Hunde zu erleben. Das Training konzentriert sich dabei auf verständliche und faire Anweisungen, die der Hund dann in der Regel auch gerne befolgt.

Das Zusammenleben mit Hund ist ungemein entspannter, wenn man sich richtig zu bewegen weiß. Selbst das Setzen einer Grenze ist lediglich mit einen Blick und etwas Körperspannung zu erreichen.

Aus dem körpersprachlichen Training nimmt man also sehr viel für den Alltag und die Beziehung mit. 

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